Leben abseits der Sonne
Wer fälschlicherweise immer noch meint, Pflanzen
wären alle sonnenhungrig und Schattenzonen somit "tote"
Bereiche, der irrt gewaltig. Manche Gewächse flüchten
geradezu vor der Sonne, die sie nur verbrennen und
verdorren lassen würde. Im Prinzip sind die
Überlebensstrategien im Schatten recht einfach: Immergrüne
Pflanzen nutzen auch das spärliche Licht des Winters, um
auch dann noch aktiv zu sein, wenn die großen Laubbäume
drumherum ihr Laub längst abgeworfen haben. Und die Stauden
in Schattenbereichen entwickeln nicht selten gigantisches
Blattwerk, um mit den riesigen Blattoberflächen soviel
Licht als nur möglich einzufangen. Hierbei kommt es ihnen
entgegen, dass Böden in Schattenzonen lange nicht so stark
austrocknen wie in voll besonnten Bereichen und somit die
erhöhte Verdunstung durch die großen Blätter kontinuierlich
ausgleichen können. Unsere Elfen demonstrieren ihnen hier,
wie gigantisch es in der Schattenwelt zugeht...
Und, mehr noch: im zeitigen Frühling beginnend, bleibt der
Schattenbereich des Botanischen Gartens über die ganze
Saison hin auch ein Meer von Blüten und Düften. Am Anfang
sind es die laubwerfenden Rhododendren (früher als Azaleen
bekannt), später ihre immergrünen Verwandten, die den
Farbreigen eröffnen. Zu ihnen gesellen sich zunächst die
Aronstäbe, die Feuerkolben und die Maiäpfel, bevor dann
auch die Funkien, Rodgersien und Ligularien ihre
eigenwilligen Beiträge zum bunten Bild beisteuern.
Hier geht die Blickrichtung umgekehrt den Weg abwärts zum
Eingang vom Luitpoldhain her. Im Bild links beugt sich eine
stolze Silberkerze weit in den Weg, um neugierig unsere
Elfe zu beäugen... ein wenig neidisch vielleicht, weil die
Elfe lieber die Prachtspieren streichelt...
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